Fortbildung LRS · für Lehrkräfte und Pädagog*innen

LRS-Fortbildung für
Lehrerinnen und Lehrer

Eine Lese-Rechtschreibschwäche im Unterricht sicher erkennen, betroffene Kinder gezielt fördern und die eigene Einschätzung fachlich begründen. Berufsbegleitend, ohne Anwesenheitspflicht, mit Start zu jedem Zeitpunkt im Schuljahr.

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Aufmerksamkeit
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Funktion
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Symptom
2 bis 3Kinder pro Klasse sind im Schnitt betroffen
10 bis 15 %der Bevölkerung haben eine Legasthenie oder LRS
berufs­begleitendneben dem Schuldienst studierbar
jederzeitStart unabhängig vom Schuljahr

LRS im Unterricht: was Lehrkräfte konkret ändern können

In fast jeder Klasse sitzen Kinder, die trotz normaler Begabung und regelmäßiger Übung beim Lesen und Schreiben nicht weiterkommen. Mehr vom Gleichen hilft ihnen nicht. Was hilft, ist ein Unterricht, der weiß, woran es liegt.

Fehler lesen statt zählen

Ein Fehlerbild ist eine Information, keine Bilanz. Wer erkennt, ob ein Kind Buchstaben verwechselt, Wortenden verschluckt oder die Zeile verliert, weiß, wo die Förderung ansetzen muss.

Aufmerksamkeit gezielt führen

Legasthene Kinder verlieren beim Umgang mit Buchstaben und Zahlen schneller die Aufmerksamkeit. Kurze, klar begrenzte Arbeitsphasen und eindeutige Arbeitsaufträge wirken stärker als längere Übungszeiten.

Wahrnehmung mitdenken

Optische und akustische Unterscheidung, Raumorientierung und Merkfähigkeit entscheiden darüber, ob Schrift verarbeitet werden kann. Diese Bereiche lassen sich im Unterricht mittrainieren.

Differenzieren ohne Sonderrolle

Angepasste Arbeitsblätter, mehr Zeit und andere Aufgabenformate funktionieren am besten, wenn sie zur normalen Unterrichtsroutine gehören und nicht als Ausnahme sichtbar werden.

Eltern sachlich einbinden

Eltern brauchen eine klare, wertfreie Beschreibung dessen, was Sie beobachtet haben, und einen nächsten Schritt. Schuldzuweisungen und Diagnosevermutungen helfen niemandem weiter.

Motivation schützen

Kinder mit LRS erleben Schrift jahrelang als Misserfolg. Erfolge sichtbar zu machen ist keine Pädagogik der Nettigkeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass überhaupt weiter geübt wird.

Woran Sie eine Lese-Rechtschreibschwäche im Unterricht erkennen

Keines dieser Anzeichen ist für sich genommen ein Beleg. Treten mehrere gemeinsam und über längere Zeit auf, lohnt eine genauere pädagogisch-didaktische Abklärung.

Ob eine biogenetisch bedingte Legasthenie oder eine erworbene Lese-Rechtschreibschwäche vorliegt, lässt sich auf pädagogisch-didaktischer Ebene feststellen. Die Unterscheidung ist wichtig, weil beide unterschiedliche Förderwege brauchen. Ausgebildete Legasthenietrainer*innen nutzen dafür den AFS-Test.

Was die AFS-Methode für Ihren Unterricht bedeutet

Die AFS-Methode nach der Dyslexiaforscherin Dr. Astrid Kopp-Duller ist ein pädagogisch-didaktischer Förderansatz, kein therapeutisches Verfahren. Sie setzt an drei Ebenen gleichzeitig an, und alle drei lassen sich in den Schulalltag übersetzen.

A

Aufmerksamkeit

Im Unterricht heißt das: kurze Arbeitsphasen, klare Aufgabenstellungen und ein Arbeitsplatz ohne Nebenreize, damit die Hinwendung zur Schrift überhaupt gelingt.

F

Funktion

Im Unterricht heißt das: optische und akustische Unterscheidung, Raumorientierung und Merkfähigkeit gezielt mitüben, statt nur das Endprodukt Schrift zu bewerten.

S

Symptom

Im Unterricht heißt das: an den tatsächlichen Fehlerschwerpunkten des einzelnen Kindes arbeiten, mit Material, das zu diesem Kind passt, nicht zur Jahrgangsstufe.

Wichtig für die Einordnung im Kollegium und im Elterngespräch: Legasthenie ist keine Krankheit. Betroffene Menschen verarbeiten Informationen anders. Deshalb spricht die AFS-Methode konsequent von Training und nicht von Therapie. Die vollständige Definition der AFS-Methode, samt Abgrenzung zwischen Legasthenie und erworbener Lese-Rechtschreibschwäche, finden Sie auf der Referenzseite Was ist die AFS-Methode?

Nachteilsausgleich fachlich begründen

Nachteilsausgleich und Notenschutz sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich geregelt und hängen zusätzlich vom Bundesland ab. Gemeinsam ist allen Regelungen eines: Sie brauchen eine nachvollziehbare fachliche Grundlage.

Beobachtung dokumentieren

Halten Sie fest, was Sie über welchen Zeitraum gesehen haben. Eine geordnete Beobachtung ist der Ausgangspunkt jeder weiteren Maßnahme.

Fehlerbereiche benennen

Nicht die Fehlerzahl zählt, sondern das Muster. Wer die Fehlerbereiche benennen kann, kann auch begründen, welcher Ausgleich sinnvoll ist.

Zuständigkeiten kennen

Wer eine Maßnahme bewilligt und welche Nachweise verlangt werden, regelt Ihre Schulbehörde. Ihre Aufgabe ist die fachliche Zuarbeit, nicht die medizinische Diagnose.

Die Fortbildung dazu: diplomierte*r Legasthenietrainer*in

Wenn Sie das nicht nur punktuell, sondern systematisch können wollen, führt der Weg über das Fernstudium des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie (EÖDL). Es ist berufsbegleitend angelegt, hat keine Anwesenheitspflicht und lässt sich neben dem Schuldienst absolvieren. Alle Details zu Ablauf, Studienzeiten, Anerkennungen und Kosten stehen auf der Studienseite.

Sie suchen keine Ausbildung, sondern Unterstützung für ein einzelnes Kind? Diplomierte Legasthenietrainer*innen in Ihrer Nähe finden Sie über legasthenietrainer.com.

Häufige Fragen von Lehrkräften

Darf ich als Lehrkraft eine Legasthenie feststellen?

Sie stellen keine medizinische Diagnose. Auf pädagogisch-didaktischer Ebene dürfen und sollen Sie aber beschreiben, was Sie beobachten, und mit einem geeigneten Verfahren abklären, welche Fehlerbereiche und welche Wahrnehmungsbereiche betroffen sind. Genau das lernen Sie in der Fortbildung.

Wie unterscheide ich Legasthenie von einer erworbenen LRS?

Eine Legasthenie ist biogenetisch bedingt und zeigt sich von Anfang an. Eine erworbene Lese-Rechtschreibschwäche entsteht durch andere Ursachen, etwa längere Unterrichtsausfälle, Sprachwechsel oder belastende Lebensumstände. Die Unterscheidung ist wichtig, weil beide Gruppen unterschiedliche Förderwege brauchen.

Was bringt mir die Fortbildung im laufenden Schulbetrieb?

Sie können Fehlerbilder einordnen, Förderziele begründen, Elterngespräche sachlich führen und Ihre Einschätzung gegenüber Schulleitung und Behörde belegen. Zusätzlich arbeiten Sie mit Trainingsmaterial, das auf einzelne Kinder zugeschnitten ist statt auf die Jahrgangsstufe.

Lässt sich das neben einer vollen Lehrverpflichtung schaffen?

Das Fernstudium hat keine Anwesenheitspflicht und keine fixen Termine. Sie teilen sich das Lerntempo selbst ein, die Modulprüfungen legen Sie online ab. Der Start ist unabhängig vom Schuljahr jederzeit möglich.

Gilt die Fortbildung auch für Kinder mit Rechenschwäche?

Diese Seite und das Legasthenietrainer-Fernstudium behandeln Lesen und Schreiben. Für Dyskalkulie und Rechenschwäche gibt es ein eigenes Fernstudium zum diplomierten Dyskalkulietrainer, das sich auch als Zusatzqualifikation kombinieren lässt.

Ist der Abschluss auch außerhalb der Schule verwendbar?

Ja. Diplomierte Legasthenietrainer*innen arbeiten im schulischen Rahmen, in Institutionen oder in freier Praxis. Der Abschluss ist an keine bestimmte Anstellung gebunden.

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter +43 463 55660, Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 12:00 und von 12:30 bis 17:00 Uhr.

Kostenfreie Infomappe für Lehrkräfte

Alle Informationen zum Fernstudium zum diplomierten Legasthenietrainer auf einen Blick, als PDF und ohne Verpflichtung.

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